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Standesamt: Anmeldung, Unterlagen und alles, was ihr wissen müsst

Wann zum Standesamt, welche Unterlagen ihr braucht, was es kostet, ein vollständiger Leitfaden für die Anmeldung der Eheschließung in Deutschland.

Von Miri 8 Min. Organisation
Standesamt: Anmeldung, Unterlagen und alles, was ihr wissen müsst

In Deutschland kommt um eine Sache niemand drumherum: die standesamtliche Trauung. Erst sie macht euch rechtlich zu einem Ehepaar, egal, ob ihr danach noch kirchlich oder frei heiratet. Seit 1975 ist die Zivilehe Pflicht, alles andere ist optional.

Die gute Nachricht: Der bürokratische Teil ist überschaubar. Die schlechte: Es gibt ein paar Stolperfallen, die ihr besser vorher kennt.

Wann müsst ihr euch anmelden?

Die offizielle Anmeldung der Eheschließung ist frühestens 6 Monate vor dem Hochzeitstermin möglich. Das ist gesetzlich im Personenstandsgesetz geregelt. Vorher geht es nicht, auch nicht mit guten Argumenten.

Was ihr aber schon vorher tun könnt: einen Wunschtermin reservieren. Viele Standesämter bieten an, beliebte Termine bereits 12 bis 18 Monate im Voraus vorzumerken. Das ist nicht die offizielle Anmeldung, sondern nur eine Reservierung. Aber sie sichert euch das Datum.

Empfehlung für die Praxis:

  • 12 bis 18 Monate vorher: Termin reservieren (besonders für Samstage, Mai bis September, Schnapszahlen wie 06.06.2027)
  • 6 Monate vorher: Offizielle Anmeldung mit allen Unterlagen
  • 2 bis 4 Wochen vor der Trauung: Letzte Details klären (Trauzeugen, Musik, Reden)

Welches Standesamt ist zuständig?

Ihr könnt euch beim Standesamt eures Haupt- oder Nebenwohnsitzes anmelden, egal, ob das der Wohnsitz der Braut oder des Bräutigams ist. Wenn ihr in unterschiedlichen Städten gemeldet seid, könnt ihr wählen.

Heiraten könnt ihr aber theoretisch in jedem Standesamt Deutschlands. Eure Unterlagen werden dann vom zuständigen Standesamt an das gewünschte weitergeleitet. Achtung: Das kostet meist eine extra Gebühr (zwischen 30 und 100 Euro), und nicht jedes Standesamt nimmt auswärtige Paare an.

Welche Unterlagen braucht ihr?

Hier wird’s konkret. Beide Verlobten müssen bei der Anmeldung persönlich erscheinen und die folgenden Unterlagen mitbringen:

Für beide Partner

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister (nicht älter als 6 Monate, holt ihr beim Standesamt eures Geburtsorts)
  • Erweiterte Meldebescheinigung mit Familienstand und Staatsangehörigkeit (vom Einwohnermeldeamt eures Wohnsitzes, ebenfalls nicht älter als 6 Monate)

Zusätzlich, je nach Situation

  • Wenn schon einmal verheiratet: Eheurkunde der vorigen Ehe + Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk (oder Sterbeurkunde des Ex-Partners)
  • Wenn ihr Kinder habt: Geburtsurkunden der gemeinsamen Kinder
  • Wenn einer von euch nicht in Deutschland geboren ist: Internationale Geburtsurkunde, ggf. mit Übersetzung und Apostille
  • Wenn einer von euch keine deutsche Staatsangehörigkeit hat: Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland (kann mehrere Wochen dauern!)
  • Wenn einer minderjährig ist: Befreiung vom Erfordernis der Ehemündigkeit (Antrag beim Familiengericht)

Falls ein Partner nachweislich verhindert ist, kann der andere die Anmeldung allein vornehmen, mit einer schriftlichen Vollmacht und Beitrittserklärung des fehlenden Partners. Das Formular gibt’s beim Standesamt.

Was kostet das Standesamt?

Die Kosten variieren leicht nach Bundesland und Gemeinde, aber als grobe Orientierung:

PostenKosten
Anmeldung der Eheschließung40–80 €
Eheurkunde (international, mehrsprachig)12–18 €
Stammbuch der Familie (optional)30–80 €
Trauung außerhalb der Öffnungszeiten (z.B. Samstag)60–100 € extra
Trauung außerhalb des Standesamts (Schloss, Hotel etc.)100–500 € extra
Trauung in einem anderen Standesamt als dem zuständigen30–100 € extra
Internationale Eheangelegenheit (mit Auslandsbezug)80–150 € extra

Eine ganz normale Trauung im Trauzimmer zur regulären Öffnungszeit kostet euch also rund 60 bis 100 Euro insgesamt. Ein Samstagstermin im Schloss kann schnell auf 300 bis 700 Euro klettern.

Der Ablauf der Trauung selbst

Eine standesamtliche Trauung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. Der Ablauf ist überall ähnlich:

  1. Begrüßung durch den Standesbeamten, kurze Worte zum Anlass
  2. Personalienprüfung, Brautpaar und Trauzeugen weisen sich aus
  3. Ansprache des Standesbeamten, meist ein paar persönliche Worte, basierend auf einem Vorgespräch
  4. Ja-Wort, die offizielle Frage und das offizielle Ja
  5. Ringtausch, falls gewünscht (kein Pflichtbestandteil)
  6. Unterschriften, Brautpaar, Trauzeugen, Standesbeamter
  7. Übergabe der Eheurkunde

Trauzeugen sind seit 1998 nicht mehr verpflichtend. Wer welche möchte, darf bis zu zwei benennen. Sie müssen volljährig sein und sich mit Personalausweis oder Reisepass ausweisen.

Was viele unterschätzen: das Vorgespräch

Bei der Anmeldung führt der Standesbeamte oft ein kurzes Gespräch mit euch, wie ihr euch kennengelernt habt, was euch verbindet, was er in seiner Rede erwähnen darf. Das ist keine Pflicht, macht die Trauung aber persönlicher. Viele Paare unterschätzen diesen Moment und sind später überrascht, wie schön die kleinen Details in der Rede ankommen.

Tipp: Schreibt euch vorher ein paar Stichworte auf, schöne gemeinsame Erlebnisse, lustige Anekdoten, Pläne für die Zukunft. Der Standesbeamte freut sich über Material und ihr bekommt eine Rede, die wirklich zu euch passt.

Häufige Stolperfallen

Stolperfalle 1: Unterlagen sind zu alt. Geburtsregister-Auszüge dürfen bei der Anmeldung nicht älter als 6 Monate sein. Wer früh dran ist und die Anmeldung verschiebt, muss sie neu beantragen.

Stolperfalle 2: Auslandsdokumente unterschätzen. Wenn einer von euch im Ausland geboren ist oder eine ausländische Staatsangehörigkeit hat, kann die Beschaffung von Dokumenten Monate dauern. Plant das ein.

Stolperfalle 3: Wunschdatum nicht reserviert. Wer im Mai 2027 an einem Samstag heiraten will und sich erst sechs Monate vorher meldet, hat oft Pech. Reserviert früh.

Stolperfalle 4: Falsche Annahme zum Wohnsitz. Manche Paare denken, sie müssten dort heiraten, wo sie aufgewachsen sind. Falsch, zuständig ist immer der aktuelle Wohnsitz.

Stolperfalle 5: Den Namen erst danach klären. Die Frage, ob ihr einen gemeinsamen Familiennamen führen wollt (und wenn ja, welchen), wird beim Standesamt offiziell festgelegt. Klärt das vorher in Ruhe, am Tag der Trauung selbst sollte das keine Diskussion mehr sein.

Was Marrily euch hier abnimmt

Standesamt-Bürokratie ist nicht dramatisch, aber sie hat eine Reihenfolge und Fristen, die man kennen muss. Marrily fügt diese Schritte automatisch in eure Hochzeits-Checkliste ein, mit den richtigen Vorlaufzeiten je nach eurem Hochzeitsdatum. Miri erinnert euch:

  • 12 Monate vorher: “Standesamt-Termin reservieren”
  • 8 Monate vorher: “Geburtsregister-Auszug beantragen”
  • 6 Monate vorher: “Anmeldung der Eheschließung beim Standesamt”
  • 4 Wochen vorher: “Trauzeugen finalisieren und Stichworte fürs Vorgespräch sammeln”

Plus: Im Dokumenten-Bereich könnt ihr alle Unterlagen hochladen, scannen oder fotografieren. Miri erkennt automatisch Fristen und warnt euch, wenn ein Dokument zu alt zu werden droht.

Zum Abschied

Bereit für eure eigene Planung?

Marrily macht aus jedem Tipp ein To-Do — automatisch, mit Deadline, in eurem Zeitplan.

Miri ist schon ein kleines bisschen aufgeregt

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